Open Source und Markenschutz
Ein häufiges Missverständnis ist die Annahme, dass sobald eine Software unter einer Open Source – Lizenz steht, sämtliche Bestandteile frei kopiert und weiterverwendet werden dürfen. Open Source bezieht sich in den überwiegenden Fällen aber eben nur auf den Quelltext der Software. Logos, Icons, Themes und Skins sind dagegen durchaus urheberrechtlich geschützt und häufig auch als Marke eingetragen.
Ein aktuelles Beispiel für dieses Thema ist die Umbenennung von Mozilla Thunderbird in IceDove in der Debian-Distribution. Dabei hat die Mozilla Foundation als Rechteinhaber scheinbar freundlich um die Umbenennung gebeten. Andere Beispiele, die mir häufig unterkommen, sind Hobby-Programmierer die komplette Icon-Sets aus populären Open Source – Anwendungen für die selbstgeschriebene “Frickel-Software” recyceln. Das könnte mit einem weniger toleranten Unternehmen als Rechteinhaber auch mal ins Auge gehen.
Update: In der aktuellen ct’ steht ein ziemlich umfangreicher Artikel zum Thema “Urheberrecht für Entwickler”. Der Autor relativiert die ganze Problematik etwas. Demnach ist ein Werk erst dann durch das Urheberrecht geschützt, wenn eine gewisse Schöpfungshöhe erreicht ist. Und das ist bei einfachen Icons und selbst bei komplettem HTML-Seiten angeblich nicht der Fall. Schlechter Stil ist das Kopieren ganzer Seitendesigns aber allemal.

