Messeabenteuer 1999

Als ich noch ein kleiner Junge war, waren Computer und Internet noch kein Thema. Computer, dass waren Installationen aus Kassettenrekordern und RTF Schwarz-Weiß-Fernsehern, die man ganz selten mal im Ferienlager bestaunen durfte. Heute beneide ich einerseits die Jugend um die heutigen technischen Möglichkeiten, andererseits bin ich aber auch ein bisschen froh. Denn mit PC, Spielekonsole und MP3-Player hätte mich als kleiner Junge das Lesen vielleicht nicht so angefixt.

Bücher waren meine Droge und mein Einstieg in phantastische Welten und Abenteuer. Anstatt heimlich Gameboy zu spielen habe ich mit der Taschenlampe unter der Bettdecke gelesen. Eines meiner liebsten Bücher von damals, dass mir erst neulich wieder in die Hände gefallen ist, sind die “Messeabenteuer 1999″ von Werner Bender aus dem Jahr 1956. Das Buch zählt zur Science Fiction – Literatur in der DDR und teilt das Schicksal vieler anderer ähnlicher Werke: Die Geschichte hat es mittlerweile überholt und die meisten Vorhersagen des Autors sind nicht eingetroffen. Es gibt keine fliegenden Aero-Taxis, das Wetter ist immer noch unbeherrschbar und das Geld wurde auch noch nicht abgeschafft.

Ein paar Sachen hat der Autor aber doch richtig eingeschätzt. In der Geschichte besucht Franz aus München seinen Freund Egon in Leipzig ganz einfach mit dem Zug per Direktverbindung ohne irgendwelche Passkontrollen. Für Grenzen, Mauern und ein geteiltes Deutschland war in dem Buch kein Platz. Zu Recht, wie die Geschichte gezeigt hat.

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