Das pöse Link-Prefetching im Firefox

Schlecht recherchierte Artikel – wenn man den Kritikern glaubt, ist die Blogospäre voll davon. Eigentlich bin ich eher vom Gegenteil überzeugt, aber abundzu gibt es Postings, die mich zweifeln lassen.

Eines dieser Beispiele ist der Artikel Firefox-User, stellt Prefetching ab! von Peter Kröner. Besagter Blogger beschreibt das Link Prefetching im Firefox – eine Funktion des Browsers mit der bestimmte verlinkte Seiten im Hintergrund vorgeladen werden, um einen späteren Ladevorgang zu beschleunigen. Der Artikel erweckt den Anschein als ob dieses Feature im Firefox 3 neu wäre und als ob Firefox jede verlinkte Seite ohne Einschränkung vorladen würde.

Dem ist nicht so. Das Prefetching-Feature existiert bereits seit Firefox 1.2 und es werden auch nur Seiten vorgeladen, wenn der entsprechende Link mit dem Attribut relation=”prefetch” gekennzeichnet ist. Google markiert zum Beispiel bei bestimmten Suchanfragen das erste Ergebnis mit diesem Attribut, wenn es sehr wahrscheinlich ist, dass der User auch auf dieses erste Ergebnis klicken wird – etwa bei so genannten navigational queries.

Google tut das bereits seit 2005 und als Google damals dieses neue Feature ankündigte, gab es auch die erste große Diskussion über das Prefetching und seine möglichen Nachteile und Risiken.

Alter Wein in neuen Schläuchen und nicht der Rede wert, könnte man also meinen. Das Problem dabei ist allerdings: Kaum verweist ein A-Blooger in einem Twitter-Posting auf den Artikel, schon finden sich andere, die den Artikel völlig unreflektiert aufgreifen, den Faden weiterspinnen und am Ende steht die große Story vom Firefox-Datenschutz-Skandal.

Soviel also zum Qualität in Blogs – dabei hätte ein einfacher Blick in die Firefox-FAQ genügt.